Mathias Glasbrenner

Portrait Mathias Glasbrenner

 

 

Zur Frage, warum man Judo machen sollte bzw. warum ich seit 1971 (seit meinem 10. Lebensjahr) Judo mache: Zunächst einmal sollte nur Judo machen, wer Spaß daran hat, sich mit anderen zu messen. Wer den direkten Zweikampf von vornherein ablehnt, ist dafür ungeeignet, denn im Grunde ist Judo ein Sport, in dem das Training zwangsläufig auf den Wettkampf oder mindestens auf den Trainingskampf ausgerichtet ist. Ich halte nichts davon, Techniken nur zu trainieren, aber ihre praktische Durchsetzbarkeit nicht im Kampf - und sei es nur im Trainingskampf - zu probieren. Ich hatte schon immer Spaß am Wettkampf und eigentlich noch mehr Spaß an Trainingskämpfen (verschärftes Randori), weil dort immer wieder die Möglichkeit besteht, den jeweiligen (Trainings-) Gegner auch zu werfen oder im Boden zu besiegen, wenn ein Wettkampf schon durch Ippon beendet wäre.

 

Judo ist ein Sport, der hohe Anforderungen an Kraft, Kondition und Koordination stellt, eine geistige Flexibilität und schnelle Reaktionen-erfordert Die körperliche Leistungsfähigkeit und-koordinative Fähigkeiten werden so gut gefördert, dass ein guter Judoka problemlos im Turnen oder in leichtathletischen Disziplinen gute Leistungen erbringen kann, ohne die andere Sportart jemals trainiert zu haben. Ich wüsste nicht, was einen "Allroundsportler" besser ausbilden sollte als Judo. Es ist also auch die Vielseitigkeit der Anforderungen, die mich fasziniert. Außerdem lernt man im Judo nie aus. Es geht nicht wie bei vielen anderen Sportarten darum, eine bestimmte Bewegung (schnell laufen, hochspringen, schwere Gewichte heben o.ä.) zu optimieren, wobei natürliche Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit dem Ehrgeiz irgendwann ein und taktisch immer weiter zu entwickeln, wobei es nie ein Ende gibt, sondern nur der eigene Wettkampferfolg irgendwann nicht mehr im Mittelpunkt steht bzw. nicht mehr angestrebt wird. Schließlich sollte die soziale Komponente des Judosports nicht unterschätzt werden. Das Wissen um die eigene körperliche Leistungsfähigkeit fördert das Selbstbewusstsein und hat dadurch Einfluss auf den Umgang mit anderen Menschen. Außerdem bildet sich innerhalb der Trainingsgruppe und erst recht innerhalb einer Wettkampfmannschaft ein Zusammengehörigkeits- gefühl heraus, das dem Einzelnen auch außerhalb der Trainingszeiten Halt und Rückhalt geben kann. 


Viele Grüße

Mathias