Schießen

Spartenleitung

Spartenleiter
Theodor Hille

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Einführung in den Schießsport

Für die meisten Menschen ist der Begriff Schießsport verbunden mit der Erinnerung an die Kindheit, denn wer spielte früher nicht gern Räuber und Gendarm oder Wildwest. Wer auf dem Lande groß geworden ist, aber auch die Stadtkinder erinnern sich an die Schützenfeste oder den Bremer Freimarkt.

An den Schießbuden wurden wir schon mit dem Umgang mit dem Luftgewehr vertraut gemacht und jeder fühlte sich wie ein König, wenn er getroffen und einen Gewinn erhalten hatte. Aber auch negative Schlagzeilen machten in den Gazetten aufmerksam.

Wir erinnern uns an die Schießereien im Rotlichtviertel oder Banküberfä¤lle mit Schußwaffen. Bei den meisten Menschen verursacht der Begriff "Umgang mit der Schußwaffe" Unsicherheit, Angst, Aggression und ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Für uns Sportschützen ist der Umgang mit der Waffe ein vertrau-ter, der Respekt jedoch vor der Verantwortung ist nicht wegzudenken. Die Sicherheit hat für uns die höchste Priorität und darf keinesfalls vernachlässigt werden.

Der Begriff "Waffe" von diesem Begriff müssen wir uns daher distanzieren, denn ich darf darauf hinweisen, dass wir als Sportschützen keine Waffe sondern Sportgerä¤te benutzen. Bei unvorsichtiger Handhabung kann es schnell zu einem Unfall kommen. In anderen Sportarten ist die Verletzungsgefahr aber auch eben so gegeben.

Unsere Sportschützen sind Athleten, die während des Wettkampfes unter hoher Anspannung stehen und nicht selten werden Pulsschläge von 180 und mehr je Minute erreicht. Im Vergleich mit einem Leichtathleten zum Beispiel konzentriert sich dieser vor dem Lauf auf den bevorstehenden Start und Ankunft dann nach dem Startzeichen los.

Ein Sportschütze dagegen muss sich vor Abgabe eines Schusses immer wieder konzentrieren.

Wenn man dann bedenkt, daß bei Meisterschaften, sei es Kreis- Bezirks- Landes- oder Deutsche Meisterschaften je Disziplin zwischen 40 und 60 Schuß in jeweils 75 bzw. 105 Minuten abgegeben werden, kann man sich leicht vorstellen, was in dem Moment in dem Sportler vor sich geht.

Vor Abgabe eines Schusses muss er die Atmung, den Stand zur Scheibe und den Anschlag kontrollieren und ggf. korrigieren. Jeder Laie aber auch versierte Schü¼tze kann sich leicht vorstellen wie ärgerlich ein Schütze reagiert, wenn vor Absetzen der Waffe ungewollt ein Schuß auf der Scheibe landet, der anstatt in der Zehn nur in der Acht oder Sieben trifft. Für jeden Außenstehenden aber auch Funktioner ist es daher ratsam, einen Sportschützen vor und während des Wettkampfes möglichst nicht anzusprechen.

Nicht selten liegen bei den weiblichen und männlichen Sportlern die Nerven blank, weil über die Hälfte des Jahres trainert wird mit dem Ziel, erfolgreich bei den nächsten Meisterschaften abzuschneiden.

Das beste Beispiel lieferte uns bei den Olympischen Spielen 2000 bei der Ãœber-tragung im Fernsehen in der Disziplin Luftgewehr die für Deutschland startende dreifache Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter nach dem Finalwettkampf in Sydney, als sie im Vorkampf von einem guten zweiten Platz im Finale auf den fünften Platz zurückfiel und ihre Medaillenhoffnungen und einen Platz auf dem Siegertreppchen aufgeben musste. Man konnte sich in diesem Moment gut mit ihr identifizieren. Ihre Gefühle und Enttäuschung waren nach dem Wettkampf deutlich zu erkennen.

Sie brach vor laufender Kamera in Tränen aus und konnte die Fragen des Reporters kaum beantworten. Zu groß war die Anspannung und dann das enttäuschende Abschneiden gewesen.

Wenn man das Sportgerät (Sportgewehr) und die erforderliche Ausrüstung, die eine Sportschützin oder Sportschütze benutzt zusammen rechnet, kommt ein stolzer Betrag heraus.

Ein Sportgewehr mittlerer Preislage kostet zwischen 3000 bis 3500,00 DM. Ein bis zweimal im günstigen Fall wird in den Vereinen trainiert. Zum regelmäßgen Training oder Teilnahme an einer Meisterschaft benötigt der Sportler pro Tag zwischen 50 und 100 Schuß Munition. Die 50 ziger Packung KK- Munition kostet zwischen 8,00 und 12,00 DM .

Ein Gewehrschütze braucht als zuätzliche Ausrüstung die Schießjacke sie kostet ca.
780,00 DM, eine Schießhose ca. 695,00 DM, Schießschuhe von ca. 245,00 DM und Schießhandschuhe v. ca. 86,00 DM .

Alle aufgeführten Gegenstände muß eine Sportschützin oder Schütze zum Wett-kampf in einem Koffer oder anderen Behältnis mitführen.

Vor Wettkampfbeginn muß sich der Schü¼tze oder die Schützin bis auf die Unterwä¤sche umziehen und die Schießbekleidung anlegen. Die Steife und Festigkeit der Schießbekleidung gewährleistet dem Schützen z. B. beim Stehendanschlag einen guten und sicheren Stand. In ihren Bewegungen sind die Schützen fast unbeweglich.

Wenn die Schützen vor dem Wettkampf zur Schießstättte kommen, hat man als Beobachter den Eindruck, sie hätten Teile ihrer Wohnungseinrichtung mitgebracht.

Im Gegensatz zum Gewehrschützen ist ein Pistolenschütze weniger aufwendig ausgerüstet. Er fährt einen Pistolenkoffer mit einer bis zu drei Kurzwaffen mit sich und trägt normale Straßenkleidung.

Eine Kurzwaffe (Sportpistole oder Revolver) kostet neu zwischen 2000 bis 2500 DM.

Außerdem benötigt ein Pistolenschütze noch ein Beobachtungsglas und Stativ.

In den Sommermonaten ist der Pistolenschütze dem Gewehrschützen im Vorteil, weil er sich leichter bekleiden kann, während der Gewehrschütze unter seiner Bekleidung erheblich schwitzt.

Zum Beispiel kann ein Pistolenschütze leichtes Schuhwerk tragen wie Turn-oder Straßenschuhe, vorausgesetzt der Fußknöchel bleibt dabei frei, also Westernstiefel oder hohe Schuhe sind nicht erlaubt.

Nach den aufgeführten Details möchte ich abschließend noch einige Bemerkungen über den Schießsport allgemein anführen.

Wer sich einmal als junger aber auch als älterer Mensch dem Schießsport zugewandt hat, kommt davon nicht mehr los. Ich möchte es als Sucht bezeichnen. Beispielsweise freue ich mich immer auf den Urlaub. Sind eine Woche ohne Schießstandluft zu atmen vergangen, werde ich nervös. Dabei stelle ich fest, daß in meinem Tagesablauf etwas fehlt und ich suche einen ortsansässigen Schützenverein auf, um Kontakte zu knüpfen und ggf. auch mal einige Schuß abzugeben. Ich habe mir rechtzeitig das Hobby des Schießsportes als interessante Sportart ausgesucht und kann besonders jedem jungen aber auch älterem Menschen empfehlen bei den Ãœbungsabenden einfach uns zu besuchen, mit uns Verbindung aufnehmen und auch mal mittrainieren. Wenn es dem einen oder anderen bei uns gefallen sollte, kann er bei uns im Verein eintreten, denn jeder ist willkommen.